Der Thriller beginnt

 

Pythagoras auf der Flucht

Mit dabei: sein Heiligtum, ein geheimes Buch mit überaus geheimem Geheimwissen. Er versucht es, vor seinen Feinden zu verstecken – vergeblich. Es wird entdeckt – doch der Finder kann nichts damit anfangen: seltsame Zeichnungen, seltsame Formeln. Was bedeutet dies?

Das alles ist recht mystisch – und auch in Wirklichkeit war die Schule des Pythagoras eine erfolgreiche Mysterienschule, einer Philopsophiesekte mit allem Geheimkrämerei-Schnickschnack, den man sich so denken kann: ein innerer Zirkel, in den man erst nach einer Einweihung gelangte, 5 Jahre lang Redeverbot nach Einstieg in die Mysterienschule, Meditation, Seelenheil, priesterliches Geheimwissen, Geheimhaltung und entsprechende Verschwörungstheorien: „Es gab drei Grade der Einweihung. Zunächst lernten die Schüler die acoustici, die mathematisch-harmonikalen Grundlagen anhand des Monochord. In der zweiten Stufe ging es um die mathematici, die tieferen Gesetze der Mathematik, verbunden mit Meditationstechniken, Gedankenkontrolle und persönlicher Läuterung. Auf der dritten und höchsten Stufe erwarteten die electi die Mysterien der persönlichen Transformation, der seelischen Verwandlung und die Heilung mit Klang und Musik.“ (Berger, „Musik, Magie und Medizin“, S. 241)

In allen Dingen war Pythagoras sehr fortschrittlich: Männer und Frauen waren in seiner Schule gleichberechtigt. Aber nicht nur fortschrittlich, sondern auch streng: „Sie mussten ihren Besitz aufgeben, Vegetarier werden und folgende Überzeugungen annehmen: 1) dass die Welt in ihren Urprinzipien mathematischer Natur ist, 2) dass diese Philosophie für die geistige Reinigung verwendet werden kann, 3) dass die Seele sich mit dem Göttlichen vereinen kann 4) dass bestimmte Symbole eine mystische Bedeutung haben, 5) und dass alle Jünger des Ordens loyal und verschwiegen sein sollten.“ (Bentley, „Buch der Zahlen“, S. 29).

Geheimzirkel, Priesterwissen, Verschwiegenheit, Verschwörung… das ist doch voll die Mystery-Kiste! Und auch jede Menge Legenden ranken sich um den Tod von Pythagoras: War es Mord oder eine politische Verschwörung?

4 thoughts on “Der Thriller beginnt

  1. Gigi

    „sör-chritschän-spännäindschel“ – Immer korrekt gekleidet, -das ist genial 😉 !
    Aber, um auch was Vernünftiges kund zu tun, für mich als Spätberufener in Sachen Mathematik (ich, mittlerweile 51 Jahre alt, studiere im 3. Semester Informatic BSc. an der FU-Hagen) sind die MOOCs und auch die YouTube-Cannels von Prof.Ch.Sp.und Dr.M.G. ein absolutes Geschenk! Danke an euch, dass ihr diese diese Mühen auf euch nehmt.
    Beste Grüße
    Gigi

    • AndyP

      Super Einführung und macht definitiv Lust auf mehr.

      Auch die Tatsache, dass sich Prof. Spannagel und Dr. Gieding als Dozenten für nichts zu schade sind und in Verkleidungen schlüpfen empfinde ich als sehr angenehm.

      Danke, dass sie so viel Arbeit auf sich nehmen, um uns Wissen zu vermitteln.
      Ich bin schon sehr gespannt, was noch so auf mich wartet…

  2. Pingback: Manchmal kommt es anders … und der Mathe-MOOC | Potpourri

  3. Susanne

    Das heisseste MOOC Video das ich bisher gesehen habe! Werde sicherlich Kiebitz sein, bin aber gespannt drauf wie weit ich folgen kann.
    Gruss in meine alte Heimat Heidelberg (1981 – 88)

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